Welche Werkstoffe eignen sich für die dynamischen Belastungen beim Einsatz von Dichtungen und Dämpfern in Cobots und humanoiden Robotern?
In diesen Bereichen der Robotik geht es um eine perfekte Kombination aus Energie- und Wärmemanagement, optimal erzeugten Drehmomenten sowie eine ideale Kraftübertragung für rotierende und lineare Gelenk-Funktionen und Endeffektoren am Ende des Roboterarms (EOA – End-of-Arm). Kurz gesagt: um mechanische Schnittstellen. In unterschiedlichsten Umgebungsbedingungen sind Dämpfungselemente und Dichtungslösungen fundamentale Bestandteile aller Körper- und Handgelenke sowie der Batterieeinheit mit integrierter Elektronik. Grundsätzlich gilt für Cobots und humanoide Roboter, die eng mit dem Menschen zusammenarbeiten, dass eine zu hohe Reibung in jedem einzelnen Gelenk dazu führen kann, dass Sicherheitsstopps verzögert ausgelöst werden. Um dies zu verhindern, kombiniert Freudenberg Sealing Technologies speziell entwickelte Dichtungsgeometrien und Dämpfungs-Designs mit spezifischen Werkstoffen, die eine kontinuierlich niedrige Reibung über einen langen Zeitraum hinweg gewährleisten.
Es folgen Beispiele für unterschiedliche Applikationen
Batteriemodule – Thermomanagement und Betriebssicherheit
Batteriemodule sind Baugruppen, die in Reihe oder parallel geschaltete Batteriezellen kombinieren und für die verfügbare Energiekapazität des Roboter-Systems sorgen. Hier kommt eine Vielzahl von Elektronik-Komponenten zum Einsatz. Die Batteriezellen sind innerhalb der Module über elektrische Verbindungen miteinander verbunden und in einem Schutzgehäuse untergebracht. Ideal zusammengesetzte Batteriemodule mit passgenauen Dichtungslösungen reduzieren die Gefahr eines sogenannten „thermischen Durchgehens“ und ermöglichen ein optimales Wärme- und Energiemanagement für die empfindliche Humanoiden-Elektronik. Gleichzeitig müssen Dichtungen das Eindringen von Feuchtigkeit und Staubpartikeln verhindern sowie das Risiko von Schädigungen durch Vibrationen und Stöße minimieren. Hier sind die folgenden Dichtungskomponenten erforderlich:
Drehantriebs-Aggregate – Kraftüber-tragung per Gelenkfunktion
In Schwenk- oder Drehantrieben werden maximale Leistungsmomente auf engstem Raum generiert und in einer großen Varianz an Schwenkwinkeln in Schwenk- und Drehbewegungen freigesetzt. Üblicherweise werden in Robotik-Anwendungen Winkel zwischen 45° und 360° vorgegeben. Diese Antriebe sind kompakte Aggregate, die mit hydraulischem oder pneumatischem Druck eine Antriebswelle bewegen. Bei Cobots wird der Drehantrieb beispielsweise zum Werkzeug- oder Werkstückwechseln benötigt. Bei Humanoiden liegt der Fokus auf den Dreh- und Haltefunktionen. Für die verlässliche Steuerung und Stabilisierung der Bewegungen werden folgende Dichtungen und Dämpfer benötigt:
Linearantriebs-Aggregate – Bewegung mit hochpräziser Feinjustierung
Linearantriebe wandeln elektrische Energie direkt in eine lineare Bewegung um und ermöglichen es Robotern, eine Vielzahl an Aufgaben akkurat durchzuführen – präzise, energieeffizient und wiederholbar. Damit sind sie für moderne Robotik-Anwendungen essenziell. Bei humanoiden Robotern steuern Linearantriebe Gelenke und Gliedmaßen mit menschlicher Dynamik und natürlichen Gelenkbewegungen. Cobots profitieren darüber hinaus insbesondere in beengten Produktionsumgebungen von ihrer kompakten Bauweise und agieren in der Mensch-Maschine-Kollaboration auch unter herausfordernden Umgebungsbedingungen sicher und zuverlässig. Hier sind die folgenden Dichtungs- und Dämpfungskomponenten erforderlich:
Hand-Aggregate – Sensorik und Präzision
Die Entwicklung und der Bau funktionsfähiger Hand-Aggregate ist die Paradedisziplin der Humanoiden-Robotik. Roboterhände sind Interaktions-Schnittstellen. Sie müssen in der Lage sein, komplexe Bewegungen zu koordinieren. Dabei müssen sie unterschiedliche Greiftechniken anwenden und auf äußere Reize so reagieren, dass die eingesetzte Kraft exakt der gestellten Aufgabe entspricht. Hierfür sind kleinformatige Motoren, eine ausgeklügelte Sensorik und perfekt trainierte Steuerungs-Algorithmen erforderlich. Für die hochkomplexe Antriebstechnik werden viele der in den vorherigen Abschnitten beschriebenen Dichtungs-Komponenten in kleinskaligen Formaten benötigt. Ein entscheidender Bereich für Werkstoff-Experten wurde bisher jedoch noch nicht beschrieben: Die taktile Sensorik:
Sensible Fingerkuppen – leitfähige Polymere
Die sogenannte „Taktile Sensorik“ umfasst die Tastempfindung und Manipulation durch Roboterhände und soll perspektivisch dem menschlichen Tastsinn nahekommen. Aktuell wird an unterschiedlichen leitfähigen Sensorik-Materialien geforscht. Im Juni 2025 meldete die University of Cambridge die Entwicklung einer elektronischen Polymerhaut, die Robotern und Prothesen ein nahezu menschliches Tastempfinden verleihen soll. Diese Haut basiert auf leitfähigen Kohlenstoff-Nanoröhren und diese wiederum erlauben es Robotern, sicher mit ihrer Umwelt zu interagieren. Auch in der Dichtungsindustrie werden erste Elemente der taktilen Sensorik entwickelt und getestet und leitfähige Polymere bilden die Basis für diese zukunftweisenden Entwicklungen.
Gleitdichtung – s. Linearantriebs-Aggregate „Stangendichtungen und Gleitdichtringe
IPSR®-Dichtung – s. Drehantriebs-Aggregate „Für den Außeneinsatz“
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