
PFAS-Regulierung – Europäische Chemikalienagentur veröffentlicht Zahlen zur Beteiligung an Umfrage zum PFAS-Verbot
Die 60-tägige Konsultationsphase des ECHA-Ausschusses für sozioökonomische Analysen SEAC endete mit dem Einreichen von 3.511 Stellungnahmen.
Am 3. Januar 2023 hatte die europäische Chemikalienagentur ECHA einen Beschränkungsvorschlag zur Verringerung von PFAS*-Emissionen vorgelegt, der von den nationalen Behörden von fünf europäischen Ländern erarbeitet worden war. Ziel ist es, eine weitere Anreicherung der gesamten PFAS-Stoffgruppe in der Umwelt zu vermeiden. In den folgenden sechs Monaten hatten alle betroffenen Parteien die Möglichkeit, der ECHA Informationen zu wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten einer potenziellen PFAS-Beschränkung zur Verfügung zu stellen. Diese öffentliche Konsultation hat Freudenberg Sealing Technologies genutzt, um über Arbeitsgruppen verschiedener Industrieverbände sowie durch die eigene Teilnahme an der Konsultation relevante Aspekte für den verantwortungsvollen Einsatz von Fluorpolymeren in Dichtungswerkstoffen für unterschiedliche Industrieanwendungen darzustellen.
Im März 2026 wurden zwei Beschlüsse veröffentlicht: Der ECHA-Ausschuss für Risikobewertung (RAC) verabschiedete seine endgültige Stellungnahme am 2. März unter dem Titel „Evaluation of sector-/use-specific aspects of the opinion on an Annex XV dossier proposing restrictions on Per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS)”. Der Ausschuss für sozioökonomische Analyse (SEAC) veröffentlichte seine vorläufige Stellungnahme am 10. März 2026, an die sich eine 60-tägige Konsultationsphase anschloss. Diese Möglichkeit zur Stellungnahme stieß weltweit erneut auf reges Interesse bei Stakeholdern aus der Industrie (61,6 %), Industrie- oder Interessenverbänden (25,9 %), Zivilgesellschaft (7,7 %) sowie Wissenschaft, Behörden und NGOs. Freudenberg Sealing Technologies beteiligte sich durch einen eigenen Beitrag sowie durch die Mitarbeit in relevanten Branchenverbänden. Am 3. Juni 2026 veröffentlichte die ECHA erste Details der Stakeholder-Umfrage. Ein Überblick:
Insgesamt erhielt SEAC 3.511 Hinweise und Stellungnahmen von mehr als 3.200 Unternehmen und Institutionen sowie 250 Einzelpersonen. Mit mehr als 1.000 Kommentaren waren Beiträge aus Deutschland am stärksten vertreten – gefolgt von Einreichungen aus Japan, Belgien, Frankreich und China. Die Datenerhebung erfolgte anhand eines strukturierten Fragebogens und bestand aus einer allgemeinen Befragung zu den Aussagen des SEAC-Entwurfs, einer speziellen Befragung zur PFAS-Herstellung sowie aus 14 sektorspezifischen Fragebögen für die von SEAC bewerteten Anwendungsfelder. Die Antworten verteilten sich wie folgt: 45,1 % entfielen auf die generelle Einschätzung und Bewertung, 12,7 % auf Elektrolyseure und Halbleiter, 6,6 % auf Anwendungen mit fluorierten Gasen, 6,2 % auf den Energiebereich und 6,1 % auf die Verwendung von PFAS im Bereich Transport & Verkehr. Der Einsatz von PFAS in Schmierstoffen wurde von 5,3 % der eingereichten Kommentare thematisiert. Die verbleibenden 18 % der Stellungnahmen bezogen sich auf die PFAS-Herstellung, die Bereiche Medizintechnik, Metallbeschichtung, Baustoffe, Nahrungs- und Verpackungsmaterialien, Textilien, diverse Verbrauchsmaterialien, Erdöl und Bergbau, Kosmetikprodukte sowie Skiwachs.
Alle im Rahmen der Konsultation eingereichten Stellungnahmen sind auf der Website der ECHA öffentlich zugänglich, sofern sie nicht als vertraulich gekennzeichnet wurden. SEAC wird nun alle Kommentare sichten und bis Ende 2026 seine endgültige Stellungnahme verabschieden – womit die wissenschaftliche Bewertung des vorgeschlagenen PFAS-Beschränkungsverfahrens durch die ECHA-Ausschüsse abgeschlossen ist. Sobald die Stellungnahmen offiziell an die Europäische Kommission übermittelt werden, wird die Kommission einen Legislativvorschlag zur PFAS-Beschränkung erarbeiten, der anschließend dem REACH-Ausschuss der Mitgliedstaaten zur Beratung und Abstimmung vorgelegt wird.
Wichtig zu wissen: Sobald die PFAS-Beschränkung in Kraft tritt, ist sie für alle betroffenen Wirtschaftsakteure verbindlich. Dies umfasst Hersteller, Importeure, Händler, nachgeschaltete Anwender sowie Einzelhändler. Die Überwachung der Einhaltung sowie die Durchsetzung der Beschränkung obliegt den zuständigen Behörden der EU-Mitgliedstaaten.
* PFAS definition: Any substance that contains at least one fully fluorinated methyl (CF3-) or methylene (-CF2-) carbon atom (without any H/Cl/Br/I attached to it).
PFAS REACH-Beschränkung: Möglicher Zeitplan (nicht bestätigt)
Die folgende Grafik zeigt die nächsten Schritte:
Freudenberg Sealing Technologies wird weiterhin Materialien auf Fluorpolymerbasis wie PTFE und FKM anbieten, da diese Fluorpolymere eine außergewöhnliche Beständigkeit gegen Temperatur, Korrosion, Chemikalien und Verschleiß aufweisen und anerkanntermaßen keine nennenswerten Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Darüber hinaus ermöglichen die Eigenschaften dieser Materialien ein breites Anwendungsspektrum und Robustheit gegenüber einer Vielzahl von Flüssigkeiten. Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Entsprechend nutzen wir diese leistungsstarken Rohstoffe, die Teil unserer langfristigen Lieferstrategie sind, die nicht nur externe, sondern auch interne Quellen umfasst.
Daneben werden wir die weiteren Entwicklungen rund um den Beschränkungsvorschlag und andere gesetzliche Vorgaben genau beobachten, um weiterhin ein verlässlicher Partner für unsere Kunden zu sein. Wir bieten außerdem viele weitere Hochleistungsmaterialien in unserem Portfolio an, die keine Fluorpolymere enthalten. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und Expertise in der Materialentwicklung und -prüfung evaluieren und entwickeln wir kontinuierlich anwendungsbezogene Alternativen.
Neben dem laufenden EU-Beschränkungsvorschlag beobachten wir auch die jüngsten Entwicklungen und Meldepflichten außerhalb Europas genau. Wir werden die geltenden Anforderungen einhalten und uns mit den betroffenen Kunden abstimmen, sobald Meldepflichten in Kraft treten.
Finden Sie hier unser Statement (im englischen Original) zur ECHA und den geplanten Einschränkungen.
Nachfolgend finden Sie einige Fragen und Antworten, die die aktuelle Situation erläutern.
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