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Jeans stack
19.03.2021

Made in…?

Wer sich die Globalisierung vor Augen führen will, der braucht in der Regel nur an sich herunterzublicken. Die allermeisten Hemden, Blusen, T-Shirts, Hosen und Schuhe dürften während ihrer Herstellung durch viele Länder und noch viel mehr Hände gegangen sein. Das zeigt das folgende Beispiel.

Sie ist ein wahrlich globales Produkt, die Jeans. Und genau genommen war sie das schon zum Zeitpunkt ihrer Erfindung im 19. Jahrhundert. Ihren Siegeszug trat sie von Kalifornien aus an, wo die Goldgräber auf den enorm robusten Hosenstoff vertrauten. Ihn vertrieb der aus Deutschland stammende Textilhändler Levi Strauss mit immer größerem Erfolg. Etwas später kamen nietenverstärkte Nähte und Taschen hinzu, die der Jeans ihren heute typischen Look verleihen. Die Idee dazu stammte von einem aus dem damaligen Russland eingewanderten Schneider, der mit Levi Strauss kooperierte. Der Name Jeans selbst hat seinen Ursprung mutmaßlich in der französischen Schreibweise (Gênes) der norditalienischen Stadt Genua. Dort war bereits im Mittelalter ein strapazierfähiger Stoff entstanden, der angeblich bereits in dem für die Jeans typischen Blau eingefärbt wurde. Weber im französischen Nîmes orientierten sich an diesem Stoff und schufen das für die Jeans typische Gewebe. Aus Gênes und Nîmes wurde die Bezeichnung Jeans Denim. Die Jeans zählt inzwischen zu einem der weltweit beliebtesten Kleidungsstücke. Produzenten in vielen Ländern wirken an der Herstellung einer Jeans mit. Natürlich greifen verschiedene Jeans-Label auf ganz unterschiedliche Zulieferer, Webereien und Nähereien zurück. Die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung hat exemplarisch acht Staaten ausgemacht, die an der Produktion des modischen Dauerbrenners mitwirken. Von den Baumwollfeldern Kasachstans aus tragen in diesem Beispiel Produzenten aus drei Kontinenten dazu bei, die Jeans so herzustellen, wie sie fast jeder in seinem Kleiderschrank hängen oder liegen hat.

Im Namen der Jeans rund um die Welt

1-cotton

Kasachstan – Baumwolle

Aus einem standardisierten Ballen Baumwolle (ca. 218-225 kg) lassen sich in etwa 225 Paar Jeans herstellen. Das bedeutet, in einer Jeans stecken bis zu einem Kilogramm Baumwolle.

2-spine

Türkei – Spinnerei

Mehrere Zentimeter lange Baumwollfäden werden in Spinnereien zu einem Baumwollgarn weiterverarbeitet.

3-indigo

Polen – Indigo

Der blaue Farbstoff wurde früher aus Pflanzen gewonnen, heute wird er synthetisch hergestellt. Drei bis zwölf Gramm gelten als ausreichend für das Einfärben einer Jeans.

4-dyeing

Tunesien – Färben

Bei einer Jeans wird lediglich der Web- oder Schussfaden eingefärbt. Der im 90-Grad-Winkel dazu verlaufende Kettfaden bleibt weiß. Das verleiht der Jeans ihren typischen Look.

Weaving

China – Weberei

Beim Weben wird der Schussfaden inzwischen häufig abwechselnd über mehrere Kettfäden hinweg geführt und dann unter einem hindurch.

6-lining

Schweiz – Futterstoff

Für die vorderen Hosentaschen einer Jeans werden durchschnittlich etwa 37,5 Gramm Futterstoff benötigt.

7-buttons

Italien – Knöpfe/Nieten

Bei einer klassischen Jeans werden bis zu 3,6 Gramm Nieten sowie 14 Gramm Knöpfe verarbeitet.

8-sewing

China – Nähen

Verschiedene Näherinnen sind auf Gürtelschlaufen, Taschen und Hosenbeine spezialisiert, was die Produktionszeit verkürzt.

9-washing

Frankreich – Waschen

Um Jeans den ausgewaschenen stone-washed Look zu verleihen, werden sie vor dem Verkauf zusammen mit zahlreichen Bimssteinen (z.B. aus Griechenland) in Waschmaschinen gewaschen.


Dieser Beitrag stammt aus unserem Unternehmensmagazin „ESSENTIAL“, in dem wir kontinuierlich über Trends und Schwerpunktthemen aus unseren Zielindustrien und -märkten berichten. Weitere Beiträge des Magazins finden Sie hier.

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