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20.05.2020

Auf der Überholspur

Was dem Automobil vorhergesagt wird, ist bei den Fahrrädern schon weit gediehen: Die sprunghafte Elektrifizierung. Wurden Elektroräder anfänglich als Seniorenmodelle belächelt, sind die E-Velos längst ein Fall für jedes Terrain und jedermann. Selbst bei Puristen treffen die E-Bikes einen Nerv.

Victoria Pendleton ist nicht unbedingt die Person, die man als Fürsprecherin von E-Bikes auf dem Zettel hat. Schließlich errang die 39-jährige Britin 2008 und 2012 Olympiagold auf der Radrennbahn. Bei einem Urlaub in Kalifornien saß die ehemalige Profiradsportlerin erstmals auf einem der modernen Räder. Zunächst habe sie zurückhaltend reagiert, als ihr Onkel sie einlud, eines seiner E-Bikes zu testen: „Für mich fühlte es sich an, als würde ich schummeln.“ Bei einer gemeinsamen Ausfahrt fand sie jedoch Gefallen daran. Der Gegenwind konnte dem batterieunterstützten Treten nichts anhaben, sie kamen nicht ins Schwitzen und überholten gar in Sportdress‘ gekleidete Radfahrer: „Ich war schlagartig bekehrt.“ So sehr, dass Pendleton jüngst ein E-Bike entwarf.

E-Bikes beflügeln gesättigten Markt

Premiumfahrzeug: Nur auf den ersten Blick ein normales Fahrrad. In E-Bikes steckt immer mehr Technologie.

Keine Frage, E-Bikes erfreuen sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Sie scheinen für die Fahrradbranche das zu sein, was vor einigen Jahren die Smartphones für den Handysektor waren: eine Art Vitaminspritze für einen gesättigten Markt. Wurden Elektroräder anfänglich als Seniorenmodelle belächelt, so sind die E-Velos längst ein Fall für jedermann. Egal ob Kind oder Berufspendler, ob Sportler oder Rentner, E-Bikes sprechen jeden an. Die nachgefragtesten Elektromodelle sind City-, Trekking- und Moutainbikes, aber auch Lastenfahrräder finden Abnehmer.

Ein Milliardengeschäft

Die Absatzzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Wurden in Deutschland 2008 noch 4,2 Millionen Fahrräder und 110.000 E-Bikes verkauft. So waren es zehn Jahre später 3,2 Millionen konventionelle, aber schon eine knappe Million elektrifizierte Fahrräder. Da E-Bikes deutlich mehr kosten, stieg der durchschnittliche Verkaufspreis eines Rades in Deutschland im gleichen Zeitraum von 446 auf 756 Euro. Das trieb den Umsatz der Radbranche in die Höhe. In den USA stieg die Anzahl der verkauften Elektroräder von 2014 bis 2018 um das Achtfache. Der Verkauf von E-Bikes ist inzwischen ein Milliardengeschäft. Deloitte erwartet zwischen 2020 und 2023 den Verkauf von 130 Millionen Elektrorädern auf der ganzen Welt.

E-Bike? Pedelec?

Erstklassige Massenware: Heutige Elektromotoren erfüllen höchste Ansprüche an Leistung und Sicherheit.

Wenn von E-Bikes die Rede ist, dann meinen viele – auch wir – ein Pedelec (Pedal Electric Cycle). Beim Pedelec unterstützt ein Elektromotor das Treten der Pedale. Bei 25 km/h schaltet er sich ab, dann zählt nur noch die Muskelkraft. Speed Pedelecs unterstützen den Tretvorgang bis 45 km/h, sie gelten deshalb als Kleinkrafträder. Genuine E-Bikes sind genau genommen Elektromopeds, bei denen gar kein Treten vonnöten ist.

Handarbeit: Die Montage eines Elektromotors wird bei der Herstellung eines E-Bikes inzwischen routiniert ausgeführt. © Riese & Müller

Features aus dem Autobau

Was macht die E-Bikes zum Erfolgsmodell? Eine Rolle mag sicher das gestiegene Umweltbewusstsein spielen, aber nicht nur. Eine Umfrage des Automobilzulieferers Bosch legt den gestiegenen Freizeitspaß durch die Motorunterstützung nahe. Gesundheitsaspekte werden ebenfalls häufig genannt. Ein Drittel der Befragten kann sich zudem vorstellen, zukünftig mit dem High-Tech-Gerät zur Arbeit zu pendeln. Denn die verbaute Technik wird immer ausgefeilter. Neben verbesserten Motoren im Tretlager oder in den Radnaben, zählen die Leistung steuernde Sensorik und leichte sowie leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus zu den Standards eines E-Bikes. Anspruchsvolle Felgen- und Scheibenbremsen sorgen bei erhöhtem Tempo für einen zuverlässigen Bremsvorgang.

Hinzu kommen technische Weiterentwicklungen, die man bislang nur vom Auto kannte wie ABS und Automatikgetriebe. Ein Display oder das Smartphone am Lenker liefert daneben in Echtzeit alle relevanten Daten: das Tempo, die aktuelle Route, den Akku-Ladezustand, die Trittfrequenz, die eigenen Fitnesswerte. So wird das E-Bike zum vollvernetzten Begleiter. Im bergigen Terrain genauso wie beim Pendeln zur Arbeit oder der zügigen Fahrt durch staugeplagte Städte.

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