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Stationäre Speichersysteme: Eine Kooperation schließt Lücken

Immer mehr Unternehmen haben Bedarf an stationären Energiespeichersystemen. Diese springen bei Stromausfällen ein, helfen Lastspitzen abzufangen und unterstützen die Ladeinfrastruktur für die Elektro-Mobilität. Beim Bau enorm leistungsfähiger Batteriespeichersysteme kooperieren die Freudenberg-Batterieexperten von XALT Energy seit kurzem mit den Systemspezialisten der Commeo GmbH.

Jedes Industrie- und Gewerbeunternehmen benötigt eines: Strom. Mit der hochvernetzten Industrie 4.0 wird der Energiebedarf weiter steigen. Die absehbar höhere Nachfrage fällt jedoch mit der Energiewende zusammen. Mit ihr nehmen die regenerativen Anteile im Stromnetz zu, was die Versorgungssicherheit beeinträchtigt. Warum? Weil die Energieerzeugung mithilfe der Sonne tages- und uhrzeitabhängig ist und auch der Wind nicht verlässlich weht. Anders als etwa bei konventionellen Kraftwerken, lässt sich regenerativ erzeugter Strom nicht ohne Weiteres dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Das kann gerade in Spitzenlastphasen zu Problemen führen. Dieses Szenario bringt immer mehr mittelständische Unternehmen dazu, sich mit der Anschaffung stationärer Energiespeicher zu befassen, die die Verfügbarkeit von Strom sicherstellen; Speichersysteme, wie sie die Commeo GmbH aus der Nähe von Osnabrück produziert. Seit kurzem verbaut der Systemspezialist leistungsfähige und langlebige Batteriezellen von XALT Energy, einem Unternehmen der Freudenberg-Gruppe.

Zwei Unternehmen, eine Kooperation: Wir befragen Felix Nelius (XALT Energy) und Michael Schnakenberg (Commeo GmbH) zu den stationären Energiespeichersystemen.

Commeo-Geschäftsführer Michael Schnakenberg hat sein Unternehmen binnen sieben Jahren vom Startup zu einem ambitionierten Mittelständler geformt. Dabei setzt er auf strategische Partnerschaften wie mit XALT Energy oder dem in Europa führenden Schaltschrank-Spezialisten Rittal. Dessen Racks bilden den Rahmen, in den Commeo Module mit Batteriezellen verbaut und die eigenentwickelte Steuerungs- und Sicherheitsunit integriert. Die Kooperation mit Rittal sichert Commeo weitere Marktzugänge für seine Produkte, und stellt somit dem Gewerbe und der Industrie eine einzigartige Speichersystemplattform zur Verfügung. Daneben konzentriert sich Commeo mit seinen Qualitätsprodukten auf das Setzen industrieller Standards. „In wenigen Jahren wollen wir das führende Unternehmen für industrielle stationäre Speichersysteme in Europa sein“, bekräftigt Schnakenberg. Die funktionale Sicherheit der Systeme ist bereits derart hoch, dass sie ohne speziellen Schutz direkt in der Produktion oder gar in öffentlichen Bereichen platziert werden können. Separate Batterieräume braucht es nicht.

Commeo verbaut in seinen Systemlösungen zwei Zelltypen von XALT Energy: Energiezellen mit hoher Kapazität und Powerzellen.

Felix Nelius, Director Sales & Application Engineering Europa / Asia XALT Energy

Erstmals XALT-Batteriezellen in stationären Speichersystemen

Im März lieferte Commeo erstmals stationäre Batteriespeichersysteme aus, deren Module die hochleistungsfähigen Batterie-Pouchzellen von XALT Energy enthalten. Dass ihre Batteriezellen nun in stationären Systemen verbaut werden, ist für XALT Energy ein Novum. Schließlich wurden die Zellen für den Schwerlastverkehr konzipiert, also für Busse, Lastkraftwagen und Schiffe. Die Anfrage von Commeo kam deshalb überraschend. Dennoch resultierte daraus rasch eine Partnerschaft. Die Vorteile für XALT Energy liegen auf der Hand: „Commeo nimmt unsere Pouchzellen unverändert ab. Das heißt, wir müssen weder in die Entwicklung noch in die Produktion unserer Zellen eingreifen, steigern aber unser Produktionsvolumen und erhöhen damit unsere Wettbewerbsfähigkeit in unseren Kernmärkten“, weiß Felix Nelius, Director Sales & Application Engineering bei XALT Energy. Obendrein gewinnt XALT Energy durch die Kooperation neue Absatzmärkte für seine Batteriezellen.

Neue Möglichkeiten: Bislang kamen die hochleistungsfähigen Batterie-Pouchzellen von XALT Energy in Bussen, Lastkraftwagen und Schiffen zum Einsatz, nun erstmals in stationären Speichersystemen.

Commeo verbaut zwei verschiedene Zelltypen von XALT Energy in seinen Systemlösungen, wie Nelius erklärt: „Zum einen Energiezellen mit hoher Kapazität, die für geringe Lade- und Entladeraten konzipiert sind. Zum anderen Powerzellen, die für deutlich mehr Lade- und Entladezyklen ausgelegt sind und hohe Lade- und Entladeraten bewerkstelligen können.“ Doch wer benötigt überhaupt stationäre Speichersysteme? Die ersten Systeme mit XALT Energy Pouchzellen gingen an eine Großgärtnerei, die ihre Gemüsepflanzen rund um die Uhr beleuchtet. Das beschleunigt deren Wachstum und führt zu einer rascheren Ernte. Wessen Firma im Dauerbetrieb produziert, für den dürfte sich in Zeiten der Energiewende der Sinn eines stationären Speichersystems ohnehin von selbst erklären. Abnehmer werden sich auch dort finden, wo Frischeware umgeschlagen wird, die auf eine stabile Kühlkette angewiesen ist. Zudem lässt sich mit stationären Batteriespeichern das Energiemanagement in Produktionsstraßen optimieren, in denen viel Automatisierung und Robotereinsatz gefragt ist.

Stromausfälle auffangen – Stromspitzen abfedern – Ladeinfrastruktur unterstützen

Aus diesen Beispielen lassen sich bereits zwei Anwendungsfälle für stationäre Stromspeichersysteme ableiten: Erstens die unterbrechungsfreie Energieversorgung bei Stromausfällen. Zweitens das Abfedern von Stromspitzen im Regelbetrieb. Commeo kann beide Szenarien mit einem einzigen, speziell darauf ausgerichteten Energiespeichersystem bedienen. So fließt der Strom in der Produktion auch dann, wenn es zu Stromschwankungen oder sogar zu einem Stromausfall kommt. Und dank Peak-Shaving bleiben Extremausschläge beim Stromverbrauch aus.

Felix Nelius: Director Sales & Application Engineering Europa / Asia XALT Energy

Das ist deshalb wichtig, weil sich das Leistungsentgelt der Stromanbieter auch nach der höchsten Lastspitze der vorangegangenen zwölf Monate berechnet. Wer hier ohne Ausreißer auskommt, der spart bare Münze. Ergänzt man dazu in der Peripherie noch Stromerzeuger, wie Photovoltaikanlagen, lässt sich der CO2-Fußabdruck im Unternehmen weiter senken und das Ziel einer CO2-neutralen Produktion schneller erreichen.

Für die Speichersysteme gibt es noch einen dritten Anwendungsfall: die Stromversorgung von Ladesäulen für E-Fahrzeuge. In dieser Hinsicht schälten sich zuletzt zwei Interessentengruppen heraus: „Insbesondere bei Parkhäusern und bei Tiefgaragen beziehungsweise Parkplätzen von Hotels zieht die Nachfrage spürbar an“, bestätigt Commeo-Gründer Schnakenberg. Der Strombedarf von Hotels war bislang auf den klassischen Hotelbetrieb ausgelegt. Das gleichzeitige Aufladen von E-Batterien mehrerer Autos war kein Thema. Das ändert sich nun mit der Mobilitätswende.

Zusammen mit Batteriezellen, wie denen von XALT Energy, bestimmen wir, wo die Messlatte anzulegen ist.

Michael Schnakenberg, Managing Director Commeo GmbH

Die passenden Lösungen für den Mittelstand

Mit seinen Lösungen konzentriert sich Commeo auf mittelständische Unternehmen. Für große Speicherfarmen mit mehr als 2,5 MWh bieten bestehende Anbieter bereits entsprechende Containerlösungen an, und auch für Privathaushalte herrscht kein Mangel an Optionen. Für den ebenso breiten wie facettenreichen – und damit komplexen – Mittelstand fehlte bislang ein verlässlicher industrieller Standard.

Kraftvoll: Die Speichersysteme von Commeo sind im Vergleich zum Wettbewerb imstande, mehr als das Doppelte an Leistung abzugeben.

„Wir schließen diese Lücke“, zeigt sich Commeo-Gründer Schnakenberg überzeugt. „Und zwar, indem wir den bisher fehlenden industriellen Standard definieren. Zusammen mit Batteriezellen, wie denen von XALT Energy, bestimmen wir, wo die Messlatte anzulegen ist.“

Damit Commeo einen industriellen Standard setzen konnte, galt es herauszufinden, in welchen Fällen der Mittelstand den meisten wirtschaftlichen Nutzen aus stationären Speicherlösungen generiert. Commeo musste also den Markt verstehen, oder viel mehr das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die Einspeisung alternativer Energien in das deutsche Stromnetz regelt. Schnakenbergs Experten betrachteten und bewerteten alle Anwendungsfälle, für die das EEG Energiespeicher vorsieht. In den Fokus rückten zwei Speicher: Solche, die täglich in Betrieb sind, und solche, die bei unerwarteten Vorfällen einspringen. In beiden Fällen ist die Leistungsfähigkeit wichtig: Wie schnell kommt die Energie ins Speichersystem rein und wie schnell wieder raus. Dafür steht die sogenannte C-Rate. Commeo hat es geschafft, dass Systeme, wie die mit XALT Energy-Batteriezellen, im Vergleich zum Wettbewerb mehr als das Doppelte an Leistung abgeben können, was einer C-Rate größer 2 entspricht – und zwar als Dauerlast so lange bis die Batterie leer ist, nicht nur über wenige Sekunden wie bei anderen Anbietern. Abnehmer halten so dank der stationären Stromspeicher ihre Produktion in kritischen Situationen am Laufen.

Michael Schnakenberg: Managing Director Commeo GmbH

Aufgrund der Performance der Commeo-Systeme und aufgrund des modularen Designs, das eine bedarfsgerechte Dimensionierung ermöglicht, müssen die Abnehmer weniger Systeme erwerben und sparen so Investitionskosten. „Unsere Lösungen amortisieren sich damit in der Regel im Einsatz nach zwei bis zweieinhalb Jahren“, betont Schnakenberg.

Letztlich bietet Commeo dem Mittelstand alles aus einer Hand. Egal wie komplex der Bedarf ist, mit seiner industriellen Plattform ist Commeo imstande mehr als 400 Speichersystem-Varianten im Baukastensystem zu ermöglichen. Über eine Datenbank können sich Kunden die für sie geeignete Lösung konfigurieren. Die beiden Partner XALT Energy und Commeo bilden somit den perfekten Mix, um zweierlei Lücken zu schließen: Diejenige, die sich bei der Versorgungssicherheit durch die Energiewende öffnet, und diejenige, die den bislang vernachlässigten Mittelstand mit leistungsfähigen stationären Speichersystemen versorgt.

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