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Global in der Welt der Roboter

Industrieroboter sind mehr denn je ein boomender Markt. Und je stärker die Kunden sich weltweit verteilen, desto mehr haben die Roboterproduzenten nachgezogen. Die Folge: Eine wahrhaft globale Branche, in der weltweit Ideen entstehen oder eigene regionale Herausforderungen zu bewältigen sind. Wie behält man diese als Zulieferer im Blick?

Ein typischer Industrieroboter ist ziemlich schwer – und recht groß. Schon allein aus diesem Grund ist es für die Käufer häufig sinnvoll, die Roboter nicht per Schiff von einem anderen Kontinent zu beziehen. Gleichzeitig produzieren immer mehr Unternehmen weltweit, benötigen also für die Fertigungswerke in Shanghai dieselben Industrieroboter wie für das Werk in Denver oder Madrid. „Darauf haben mittlerweile auch die Produzenten von Robotern reagiert“, erklärt Achim Ströhle, Global Segment Director Heavy Industries bei Freudenberg Sealing Technologies.

Hand in Hand: Auch bei Freudenberg Sealing Technologies kommen Cobots zum Einsatz, wie hier im Werk in Remagen.

Dabei war der Bereich „Robotics“ lange Zeit eine Domäne japanischer Unternehmen; und noch heute vereinen japanische Produzenten etwa die Hälfte des Marktanteils auf sich. Europa hat Ströhle zufolge in der jüngsten Vergangenheit jedoch stark aufgeholt. Symbol dafür: Das European Robotics Center in Dänemark, wo mittlerweile ein großer Firmencluster entstanden ist – aber auch andere Standorte wie rund um die TU München. Zusätzlich boomt und wächst der Markt, und diversifiziert sich immer mehr: „Selbst wenn wir jetzt mal Haushaltsprodukte wie Rasenmäher-Roboter außer Acht lassen, reden wir heutzutage bei ‚Robotics‘ von einer großen Variantenvielfalt“, so Ströhle. „Industrieroboter sind auch fahrerlose Transportsysteme, Service-Roboter oder Cobots.“

Vertriebs- und Entwicklungspartnerschaft garantiert kurze Wege

Die Roboter-Fertigung ist heutzutage global. Produzenten, die ihren Hauptsitz in Europa haben, entwickeln und fertigen zum Beispiel in China. Und jene mit Hauptsitz in Japan entwickeln und fertigen in Europa oder den USA. Wer hier als Zulieferer ein verlässlicher Partner sein will, muss also ähnlich global aufgestellt sein. „Das ist für jedes Unternehmen eine Herausforderung“, sagt Ströhle. Zum Beispiel, wenn ein bestimmter Dichtungsring maßgeblich in Europa produziert wird, die Produzenten des speziellen Industrierobotertyps aber überwiegend in einem Cluster in China verortet sind. Freudenberg hat auf solche und ähnliche Themen bereits vor sechs Jahrzehnten eine Antwort gefunden: Die enge Zusammenarbeit mit NOK in Japan. Anfangs vor allem eine technische Partnerschaft, heute eine vertraglich geregelte Vertriebs- und Entwicklungspartnerschaft mit gemeinsamen Joint-Ventures. Beide Firmen kümmern sich um ihren Heimatmarkt, eroberten aber gemeinsam den Markt in den USA.

Industrieroboter werden heute in allen Bereichen eingesetzt.

Achim Ströhle, Global Segment Director Heavy Industries bei Freudenberg Sealing Technologies

Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass NOK und Freudenberg Sealing Technologies auch gegenseitig Kunden betreuen, wenn diese in den jeweiligen Heimatregionen produzieren: Der japanische Roboterproduzent mit seiner Fertigungsstrecke in Europa wird also beispielsweise von Freudenberg beliefert – und umgekehrt. Ströhle ist überzeugt: „So etwas funktioniert natürlich nur, wenn man ein sehr gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut hat“. Seit drei Jahren besteht nun diese Vertriebs- und Entwicklungspartnerschaft, die er so zusammenfasst: „Gemeinsam gehen wir Themen an, von denen wir bei unseren Kundenbesuchen hören. Daraus leiten wir Trends ab und suchen nach den passenden Lösungen für die Branche.“

Packen mit an: Diese fahrerlosen Transportsysteme helfen schwere Waren im Rohmischwerk zu befördern.

Ansprüche an das Material steigen

Tatsächlich gibt es Themen, die manchmal erst zutage treten, wenn man den globalen und umfassenden Blick auf den Bereich Robotics lenkt. Was den Produzenten nämlich zum Teil zu schaffen macht, ist paradoxerweise der eigene Erfolg ihrer Branche: „Industrieroboter werden heute in allen Bereichen eingesetzt“, sagt Ströhle, „bis hin zur Medizintechnik oder im Konsumentenbereich.“ Die speziellen Aufgaben mögen höchst unterschiedlich sein, der zugrunde liegende Körper und die Technik eines Roboters in der Autofertigung und am OP-Tisch hingegen kann durchaus identisch sein. Und das wiederum heißt, dass die Ansprüche an Material und Einzelteile steigen: Ähnlich wie ein Auto in der Sahara und im kanadischen Winter gleichermaßen zum Einsatz kommen könnte, müssen immer mehr Roboter idealerweise ab Werk sämtliche Industrie-Standards verschiedener Branchen und Einsatzfelder erfüllen. Zum Beispiel auch erhöhte Feuchtigkeitssicherung für die Dichtung: Sie müssen Leckagen absolut zuverlässig verhindern. „Das ist ein sehr interessantes Problem, weil manche Kunden bislang leichte Leckagen zum Beispiel in fettgeschmierten Gehäusen als gegeben hingenommen haben“, blickt Ströhle zurück. „Wie verbreitet das ist, wurde uns erst bewusst, als wir auf einer Messe mit internationalen Teams ganz verschiedene Hersteller befragt haben.“ Was aber für eine Branche vielleicht kein Problem darstellt, ist für eine andere ein „No-Go“. Freudenberg und NOK haben sich in ihrer Entwicklungspartnerschaft jetzt vorgenommen, diese bislang von keinem einzigen Hersteller bewältigte Herausforderung zu lösen.

Robotik ist ein absolutes Zukunftsthema und ein stark wachsender Markt.

Achim Ströhle, Global Segment Director Heavy Industries bei Freudenberg Sealing Technologies

„Wir sind schon vor Ort“

Freudenberg Sealing Technologies kann sich also mit einer gewissen Überzeugung den Kunden als Unternehmen präsentieren, das global die Probleme im Blick und im Zweifelsfall die Expertise direkt vor Ort hat. Das gilt auch dann, wenn die Rotoberproduzenten etwa entscheiden, einen Teil ihrer Produktion nach China oder in die USA zu verlagern. „Wir müssen nicht eigens ein Werk aufbauen – wir sind schon vor Ort“, formuliert es Ströhle. Unlängst wies ein Roboterhersteller seine Motoren-Zulieferer an, Produkte von Freudenberg Sealing Technologies zu verwenden – ein Erfolg der globalen Präsenz und der internationalen Partnerschaften. „Das gesamte Thema ist nichts, was man mal eben als kurzes, schnelles Projekt begreifen darf“, ist sich Ströhle sicher. „Es rentiert sich, weil Robotik ein absolutes Zukunftsthema ist und ein stark wachsender Markt.“


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