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Ein Mann steht mit einem Cocktailbecher vor einem Kasten in dem zwei Roboterarme einen Cocktail mischen und mehreren verschiedenen Alkoholflaschen an der Decke. Copyright: KUKA Group

Einfach machen

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Mit einer neuen Strategie will Kuka „Automatisierung für alle“ ermöglichen. Wesentlicher Bestandteil ist dabei ein neues Betriebs- und Ökosystem, das die Programmierung wesentlich vereinfacht. Doch auch klassische Maschinenbau-Tugenden bleiben für den Markterfolg wichtig.

 

Mehr als Hardware: Die Kuka-Tochter Swisslog automatisiert komplette Lagersysteme. © KUKA Group

Eine riesige Halle irgendwo in Deutschland. Im Minutentakt schwingt der Boden, wenn riesige Pressen Stahlbleche umformen. Orangefarbene Roboterarme be- und entladen die Pressen. Etwas weiter in derselben Fabrik schweißen andere Roboter die Bleche zusammen, Schritt für Schritt entsteht so eine Karosserie. Wer heute in einem Karosserie-Rohbau steht, kann sich kaum vorstellen, dass diese teilweise gefährlichen Arbeitsschritte bis in die 1990er Jahre hinein von Menschen durchgeführt wurden. Doch mit der Öffnung globaler Märkte entwickelte sich die Automobilindustrie als Vorreiter in Sachen Automatisierung. Davon profitiert hat Kuka von Anfang an: Das Augsburger Unternehmen hatte bereits 1971 die erste roboterbetriebene Schweißtransferstraße für Daimler-Benz gebaut. 1973 folgte dann der weltweit erste Industrieroboter, der über sechs Bewegungsachsen verfügte – zunächst wenig gefragt, bereitete dessen Technik den Weg für den Aufschwung in den 1980er Jahren. Roboter eroberten die Autofabriken und Kuka die Poleposition in Europa.

Zunehmende Automatisierung

Eine vergleichbare Revolution steht für den Kuka-Experten Benjamin Baumann nun im Mittelstand und in kleineren Betrieben an: „Wir stehen in allen Industrieländern durch den demografischen Wandel vor einem Fachkräftemangel. Insbesondere ergonomisch ungünstige und monotone Tätigkeiten werden daher zunehmend auch in kleineren Betrieben automatisiert.“ Als Produktarchitekt arbeitet Baumann an der Umsetzung einer neuen Wachstumsstrategie für den Traditionshersteller. „Automatisierung für alle“, so der programmatische Titel der Strategie, zielt insbesondere auf jene Tätigkeiten, für die sich eine Automatisierung in der Vergangenheit nicht lohnte, die bisher noch gar nicht oder nur selten automatisiert sind, beispielsweise die Funktionsprüfung elektronischer Bauteile. „Prinzipiell sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt“, so Baumann. „Voraussetzung dafür, dass kleinere Unternehmen Roboter gewinnbringend einsetzen können, ist jedoch eine hohe Flexibilität der Systeme – und eine einfachere Programmierung.“

Prinzipiell sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Benjamin Baumann, Produktarchitekt bei Kuka

Programmierung ohne Spezialwissen

In der Programmierung – oft auch als „Teaching“ bezeichnet – gab es in den vergangenen Jahren bereits große Fortschritte. So sind längst keine Kenntnisse in Hochsprachen mehr notwendig. Stattdessen kann beispielsweise ein Bewegungsablauf, vom Menschen geführt, aufgezeichnet und in Programmcode übersetzt werden. Doch eine Robotik für alle verlangt nach einer Programmierung ganz ohne jene Spezialisten, die sich kleinere Betriebe nicht leisten können. Ermöglichen soll dies das neue Betriebssystem „iiQKA.OS“. Es überträgt das von Smartphones gewohnte Denken auf die Robotik: Das Betriebssystem übernimmt alle Hardware-nahen Aufgaben und steuert die Kommunikation. Spezialisierte Apps – die über ein ebenfalls „iiQKA“ genanntes Ecosystem zur Verfügung gestellt werden – übernehmen die anwendungsspezifischen Aufgaben, also etwa ein Schweißgerät anzusteuern. Damit typischerweise extern zugelieferte Komponenten – Lasersensoren oder Greifsysteme etwa – integriert werden können, ist Kuka für sein Ecosystem bereits eine Reihe von Partnerschaften eingegangen. „Schnittstellenprobleme und manuelles Programmieren haben sich damit erledigt“, verspricht Baumann.

Zwei Roboterarme schenken ein Bier in ein Glas ein

Den Anfang macht ein Cobot, der „LBR iisy“. Mit einer Traglast von maximal drei Kilo gehört er zu den kleinsten Robotern im Kuka-Portfolio. Um eine Hightech-Lösung handelt es sich dennoch: In seinen sechs Gelenken verbergen sich Momentsensoren, die es ihm ermöglichen, auf kleinste Berührungen zu reagieren. Damit ist der LBR iisy dazu in der Lage, direkt in menschlicher Nähe, gleichzeitig aber auch mit äußerster Präzision zu arbeiten. Dimitrios Tsituridis, Key Account Manager bei Freudenberg Sealing Technologies, beobachtet die Entwicklung seines Kunden genau: „Kuka-Roboter zeichnen sich durch extreme Robustheit und Langlebigkeit im industriellen Umfeld aus und erhöhen so die Produktivität des Anwenders. Diesen technischen Anspruch sehe ich auch bei den Cobots.“ Tsituridis weiß, wovon er spricht. Die Dichtungen, die er verkauft, werden unter anderem dort eingesetzt, wo jeder Roboter besonders stark belastet ist: in den Gelenken. Hoher Beschleunigung folgt ebenso schnelles wie präzises Abbremsen. „Aus Sicht der Dichtung ist es extrem fordernd, unter solchen Einsatzbedingungen Wartungsintervalle von mehreren Jahren zu erreichen.“ Bei Cobots sind zwar die Traglasten und auch die Rotationsgeschwindigkeiten in der Regel niedriger, dafür steigen die Anforderungen an die Präzision der Bewegungsabläufe. „Deshalb muss die Reibung, die durch Radial-Wellendichtringe verursacht wird, auf ein Minimum beschränkt werden“, erläutert Tsituridis.

Intensive Beziehung

In den letzten Jahren hat sich die Geschäftsbeziehung zwischen Kuka und Freudenberg Sealing Technologies deutlich intensiviert. Ein wesentlicher Grund: Mit der Modular Sealing Solution 1 (MSS1) hat der Dichtungsspezialist eine Lösung entwickelt, die reibungsarm und außerordentlich robust ist. Gemeinsam mit Kuka und dem Getriebezulieferer hat Freudenberg den MSS1 erstmals in einem Industrieroboter verbaut. „Die Ergebnisse haben alle überzeugt: Die Abdichtung funktioniert zuverlässig, gleichzeitig baut die Dichtung verhältnismäßig kompakt“, schildert Dimitrios Tsituridis, Key Account Manager bei Freudenberg Sealing Technologies.

Insgesamt liefert Freudenberg mittlerweile jedes Jahr rund 200.000 Radial-Wellendichtringe an Kuka und deren Komponentenzulieferer. Parallel erhöht Freudenberg Sealing Technologies den Automatisierungsgrad der eigenen Fertigung – und hier kommen wiederum zunehmend Industrieroboter von Kuka zum Einsatz. „Wir wissen ja, dass die Qualität top ist“, sagt Tsituridis. Bei einem großen Automatisierungsprojekt in Italien konnte die Kuka-Tochter Swisslog unterstützen. Das Distributionszentrum in Pinerolo, das vor allem Autoersatzteile an italienische Kunden versendet, arbeitet mit einem automatisierten Lager- und Kommissioniersystem. Dabei entnimmt eine Flotte autonomer Fahrzeuge die Waren aus den Regalen und transportiert diese zu den Mitarbeitern, die den eigentlichen Versand übernehmen.

Neue Industriewelt: Was automatisiert werden kann, wird auch automatisiert. © KUKA Group

Wachstum auch in China

Für Kuka, mit einer installierten Basis von rund 350.000 Robotern weltweit einer der größten Anbieter, sind die Wachstumschancen durch zunehmende Automatisierung enorm. Besonders attraktiv ist dabei der chinesische Markt, denn der demografische Wandel schreitet in der „Fabrik der Welt“ besonders rasch voran – und Kuka, seit 2016 im Besitz des chinesischen Midea-Konzerns, hat dabei einen guten Marktzugang. Selbstverständlich seien auch seine chinesischen Kollegen mit den Kuka-Experten in China im Gespräch, berichtet Tsituridis. Er zeigt sich überzeugt: „Automatisierung für alle“ sei eine zukunftsweisende Vision.

Lesen Sie mehr zur Kuka-Mission 2030 hier.


Dieser Beitrag stammt aus unserem Unternehmensmagazin „ESSENTIAL“, in dem wir kontinuierlich über Trends und Schwerpunktthemen aus unseren Zielindustrien und -märkten berichten. Weitere Beiträge des Magazins finden Sie hier.

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