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Grenzenlos beflügelt

Globalisierung bedeutet Wettbewerb. Globalisierung begünstigt aber auch einen lebendigen Austausch, der Verständigung und Fortschritt fördert: in der Forschung und in der Wirtschaft.

Vor zwei Jahren flogen Oleg Kononenko, Anne McClain und David Saint-Jacques zur Internationalen Raumstation ISS: ein Russe, eine Amerikanerin und ein Kanadier. Normalität in der Welt von heute, die sich der Fesseln des Kalten Krieges entledigt hat. Der Aufbau und Betrieb der seit 20 Jahren bemannten ISS ist ein globales Gemeinschaftswerk. Neben den USA und Russland sind die Raumfahrtagenturen Japans, Kanadas und Europas beteiligt. Bis heute beherbergte die ISS Raumfahrer aus 19 Nationen.

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Globales Team: Anne McClain, Oleg Kononenko und David Saint-Jacques verbrachten das erste Halbjahr 2019 an Bord der ISS.  © NASA (National Aeronautics and Space Administration)

Allein für die 58. ISS-Expedition mit Kononenko, McClain und Saint-Jacques erarbeiteten Wissenschaftler aus 103 Ländern die Experimente, die im Weltraumlabor durchzuführen waren. Trotz aller zwischenstaatlichen Verstimmungen funktioniert diese Art der grenzüberschreitenden Kooperation. Die internationale Arbeits- und Kostenteilung erlaubt es, wertvolle Materialforschung zu betreiben sowie medizinische und biotechnologische Erkenntnisse zu gewinnen. Die NASA ist überzeugt, dass jeder Dollar, der in Raumfahrtprogramme fließt, später zwei Dollar einbringt.

Gemeinsam forschen und publizieren

Kooperationen über Grenzen hinweg erweisen sich gerade für Forscher als wertvoller Nährboden. Laut der Literaturdatenbank Web of Science haben internationale Ko-Publikationen zwischen 2007 und 2017 stark zugenommen. In europäischen Staaten veröffentlichte Fachbücher und -artikel stammen inzwischen mehrheitlich von Autoren aus mehreren Ländern. In den USA stieg der Wert von 28 auf 41 Prozent, in Japan von 24 auf 33 Prozent. Die Corona-Pandemie zeigt zudem exemplarisch, wie sehr Forscher ihre Erkenntnisse in Studien teilen und damit das Wissen aller mehren. Die Pandemie wird auch beim diesjährigen World Health Summit in Berlin erörtert werden, für das sich Sprecher aus 100 Nationen angekündigt haben.

Seit einem Jahrzehnt ist das Treffen eine Plattform des offenen Dialogs. Derartige Kongresse dienen dem Aufzeigen neuer Erkenntnisse und dem Netzwerken. Das gilt genauso für klassische Wirtschaftsmessen. So zog der Mobile World Congress in Barcelona 2019 rund 110.000 Besucher aus 198 Ländern an. Die bauma, Weltleitmesse für Baumaschinen und -fahrzeuge, empfing im gleichen Jahr gar 620.000 Besucher aus 200 Ländern, die sich in München über 3.700 Aussteller aus 63 Ländern informierten.

Wissenschaftler aus 103 Ländern erarbeiteten die Experimente der 58. ISS-Expedition

Grenzen überwinden, Horizonte weiten

Auch Studenten suchen den internationalen Austausch. 2017 kam fast jeder zweite Student an den Hochschulen von Luxemburg aus dem Ausland, in Australien war es knapp jeder Vierte und im Vereinigten Königreich fast jeder Fünfte. Die Europäische Union (EU) fördert seit 1987 den Auslandsaufenthalt von Studierenden. Sie lernen ein anderes Studienumfeld kennen und sammeln dabei Alltagserfahrungen in einem fremden Land. Das Programm steht mittlerweile Auszubildenden, Praktikanten und Jungunternehmern offen, sodass bislang zehn Millionen junge Europäer einen Teil ihrer Aus- und Fortbildung in anderen EU-Staaten genossen. 

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Ein Paradebeispiel der globalisierten Zusammenarbeit : eine Sojus-Rakete vor dem Start zur Internationalen Raumstation ISS. © NASA (National Aeronautics and Space Administration)

Daneben schaffen internationale Städtepartnerschaften einen Raum für Begegnungen und erfreuen sich gerade in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs großer Popularität. Bis 2018 waren 20.000 Partnerschaften entstanden. Ohnehin zeigt die EU, welche Früchte eine multinationale Kooperation tragen kann. Was in den 1950ern mit der wirtschaftlichen und politischen Kooperation von sechs Ländern begann, wuchs auf nunmehr 27 Mitgliedsstaaten an. Seit 70 Jahren tragen diese keine bewaffneten Konflikte untereinander aus. Eine friedvolle Ära, wie es sie seit Jahrhunderten nicht mehr gegeben hat. Differenzen werden am Verhandlungstisch beigelegt.

Globalisierung bewältigen

Für einen globalen Dialog stehen auch Organisationen wie die OECD. 1961 gegründet, gehören ihr heute 30 Staaten an, die sie zugleich finanzieren. Das Ziel: Wachstum und Wohlstand mehren, Armut bekämpfen, die Globalisierung bewältigen. Sie führt Studien durch und berät Regierungen, indem sie Defizite offenlegt und Lösungen aufzeigt. Mehrere Tausend Mitarbeiter sind für die OECD tätig. Viele als Expats am Hauptsitz in Paris und in den Verbindungsbüros in Europa, Asien und Amerika. Sie sind damit das Abbild der globalen Realität: Rund 40 Millionen Menschen aus OECD-Ländern arbeiten als Expats in einem anderen Mitgliedsland. Ein wahrer Schmelztiegel ist zugleich einer der innovativsten Orte der Welt: das Silicon Valley. Während in den USA 14 Prozent der Bevölkerung im Ausland geboren sind, sind dies unter den Berufstätigen im Silicon Valley fast dreimal so viele. Besonders gefragt sind Mathematiker und Computerspezialisten. 65 Prozent von ihnen stammen aus dem Ausland. Unter den Ingenieuren sind es 63 Prozent. Auch Weltmetropolen wie London, New York, Tokio, Singapur oder Schanghai ziehen von überall her kluge Köpfe an, die als Innovationstreiber wirken. Ein Arbeitsplatz im Ausland ist heute für viele normal. Und einige von ihnen wählen einen ganz besonderen. Wenn alles wie geplant verläuft, dann umrunden gerade ein Japaner, zwei Russen und vier Amerikaner an Bord der ISS die Welt.


Dieser Beitrag stammt aus unserem Unternehmensmagazin „ESSENTIAL“, in dem wir kontinuierlich über Trends und Schwerpunktthemen aus unseren Zielindustrien und -märkten berichten. Weitere Beiträge des Magazins finden Sie hier.

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